Stress und seine Auslöser

„Ich bin gestresst“- jeder kennt diesen Satz. Stress begegnet uns fast jeden Tag und ist oft nicht zu vermeiden.

 

Gesundheitsfrage: Ist Stress immer schlecht?

Tägliches einprasseln von zick Informationen, das Lösen von immer komplexer werdenden Aufgabenstellungen im Beruf sowie zunehmende Konflikte im Alltag tragen dazu bei, dass die Mehrheit der Bevölkerung über massiven Stress klagt. Grundlegend ist Stress nicht unbedingt negativ zu bewerten. Stress hat eine sehr wichtige Bedeutung für den Menschen. Das Prinzip ist relativ simpel: Stress dient zu einer Leistungssteigerung und hilft uns Menschen dabei, schwierige bzw. bedrohliche Situationen zu meistern.

Stress ist subjektiv und damit sehr individuell. Jeder Mensch nimmt Situationen anders wahr und bewertet diese auch unterschiedlich. Eine identische Situation kann durch persönliche Lebenserfahrungen, Bewältigungsstrategien sowie Persönlichkeitseigenschaften komplett anders eingeschätzt werden.

Stress entsteht durch die Angst vor Unbekanntem, unerwartete Veränderungen die auftreten könnten sowie den hohen und oft zeitbegrenzten Herausforderungen des Lebens, denen wir nicht gewachsen sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob das auf uns zukommende Unbekannte gut oder schlecht sein könnte.

Eine brenzlige Alltagssituation, welche uns kurzfristig stark stressen könnte, ist für unseren Körper kein Problem. Bei kurz anhaltenden Belastungen entwickeln wir uns sogar weiter und lernen für die Zukunft. Entscheidend sind die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten, die vorhandenen körperlichen Energieressourcen sowie die Erholungsphase nach jeder Stresssituation.

Bleibt die Entspannung aus, kann Stress chronisch werden. Wenn Stress zum Dauerzustand wird, kann das langfristig fatale Folgen auf unsere körperliche Gesundheit- und Psyche habe. Aus diesem Grund ist es auch von entscheidender Bedeutung, dass du die Warnsignale welche auf nagativen und akuten Stress hindeuten unbedingt kennst.

 

Die Körperreaktion auf Stress

Eine entscheidende Rolle in Stresssituationen sind unsere Hormone. Adrenalin und Cortisol sind hier die beiden Schlüsselhormone.

Als Reaktion auf einen Stressimpuls steuert unser Gehirn die Nebennierenrinde an. Diese schüttet Adrenalin und Cortisol in unserem gesamten Körper aus. Dieser Prozess führt biologisch gesehen zu einer Verengung kleinerer- und Erweiterung zentraler Blutgefäße. Dadurch steigt der Blutdruck. Außerdem werden die Bronchien geweitet und die Herzfrequenz erhöht. Unnötige Verbraucher wie die Verdauung werden heruntergefahren.

Wir Menschen nehmen diese biologischen Reaktionen über einen schnelleren Herzschlag, eine hektische Atmung sowie einer Verspannung der Muskeln wahr. Unser Körper wird auf eine sogenannte Kampf- oder Fluchtreaktion vorbereitet.

 

Stress: Heute Risikofaktor!

Während der “Kämpfe oder Flüchte”-Reaktion befindet sich unser Körper in einem alarmbereiten Modus. Alle Sinne sind so sensibel eingestellt, sodass jedes noch so kleine Ereignis aufgenommen und an das Gehirn zur Auswertung gesendet wird. Dies hat zu Folge, dass einige Körperbereiche für die Dauer dieses Zustandes automatisch weniger versorgt werden. Der Körper wird also situativ perfekt vom Organismus entweder auf Konfrontation- oder Fliehen vorbereitet.

Dieser Mechanismus lässt sich bis in die Steinzeit zurückführen und war damals für die Menschen der entscheidende Faktor zum Überleben. Schon unsere Urvorfahren meisterten potentielle Bedrohungen bzw. Herausforderungen über die „Kampf“ -oder „Fluchtreaktion“. Diese Reaktion auf Stress, hat sich im Laufe der Zeit nicht verändert.

stressAuch heute noch greifen diese biologischen Mechanismen zur Bewältigung von bedrohlichen Auseinandersetzungen. Allerdings verändern sich zunehmend die Art der „Bedrohung“. In der sogenannten modernen Gesellschaft sind die meisten Situationen nicht einfach mit einer „Kampf“ -oder „Fluchtreaktion“ zu bewältigen. Immer enger geschnürter Zeitpläne bei der Arbeit, finanzielle Abhängigkeiten durch den Job sowie eine nicht ausgewogene Work-Life Balance sorgen für puren und vor allem permanenten Stress für uns Menschen.

Entspannungsphasen in seinen Alltag einzuplanen und diese dann auch tatsächlich einzuhalten ist leichter gesagt als getan. Es ist wichtig das du in erster Linie dich selbst und deine Energiegrenzen kennst, damit du diese auch sinnvoll in dein Leben integrieren kannst. Das ist die Grundlage um sich stark, gesund und wohl zu fühlen. Doch woher weißt du überhaupt, ob du richtig gestresst bist und welche Auslöser dafür gibt es dafür?

 

Was und wer stresst dich wirklich?

Jeder Mensch hat mit Sicherheit im Nachgang schon über Situationen nachgedacht, die einem extrem gestresst haben. Meistens kommt dann die Frage auf, warum diese Situation eigentlich so stressig empfunden wurde.

Jeder reagiert anders auf Stress und hat dabei individuelle Verhaltensweisen. Zum Beispiel bedeutet ein Verlust der Arbeitsstelle Stress pur. Das scheint auch menschlich und ist logisch. Manche Menschen empfinden jedoch heiraten oder die Urlaubsplanung als stressig. Vermeidlich positive Ereignisse können also auch als schädlichen Stress von uns wahrgenommen werden.

Befinden wir uns erst einmal in einer extrem stressigen Situation, können bestimmte Fragen wie beispielsweise „Kann ich meine Familie dann überhaupt noch ernähren?“ oder „Wie werde ich künftig meine Rechnungen bezahlen können?“ auftreten. Diese Art von Fragen verstärken das gestresste Gefühl um ein Vielfaches und verschlimmern die Situation.

Egal ob ein positives oder negatives Ereignis vorliegt, die Gründe sind immer die Gleichen. Die Angst vor dem Unbekannten und sich Konflikten stellen zu müssen ist einfach zu groß. Somit kann eine Reaktion auf Stress auch in Situationen stattfinden, in denen eigentlich weder ein Kampf noch eine Flucht notwendig ist. Ein Personalgespräch mit dem Vorgesetzten, eine wichtige Präsentation im Unternehmen oder beim Kennenlernen neuer Menschen sind gängige Beispiele hierfür. Der Körper bereitet sich biologisch gesehen auf die Kämpfe oder Flüchte Reaktionen vor, auch wenn diese überhaupt nicht benötigt wird.

Die subjektive Wahrnehmung einer Stresssituation erfolgt meistens in Millisekunden. Parallel dazu prüft unser Gedächtnis die Bewältigungsmöglichkeiten der Situation. Kann die Situation nicht gelöst werden, kommt es zu Dauerstress!

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